Frühe Konzepte von Mensch und Natur

Graduiertenkolleg 1876 „Frühe Konzepte von Mensch und Natur: Universalität, Spezifität, Tradierung“

Sprecherin: Univ.-Prof. Dr. Tanja Pommerening

 

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit Mitteln aus Bund und Ländern finanzierte Graduiertenkolleg wird von 10 Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern der Fachgebiete Ägyptologie, Altorientalische Philologie, Vorderasiatische Archäologie, Klassische Philologie, Klassische Archäologie, Mediävistische Germanistik, Byzantinistik und Medizingeschichte getragen. Darüber hinaus sind an dem Graduiertenkolleg bis zu 24 Promovendinnen und Promovenden der genannten Disziplinen beteiligt.

 

Im Forschungsprogramm des Graduiertenkollegs wird das Ziel verfolgt, Konzepte von Mensch und Natur im vorderasiatischen, nordostafrikanischen und europäischen Raum in der Zeit von ca. 3200 v. Chr. bis zum Mittelalter – ausgehend von textuellen, bildlichen und materiellen Quellen – exemplarisch zu erfassen und kulturimmanent wie auch trans­kulturell zu untersuchen. Im Vordergrund stehen Fragen nach der Art, medialen Vermittlung und Entwicklung dieser Konzepte, außerdem nach ihrer lokalen, tem­po­rä­ren, (text-)gat­tungs­bezogenen, sprachlichen, bildlichen, soziokulturellen und in­di­viduellen Aus­prä­gung sowie nach Kontingenzen und Brüchen.

 

Um das Spektrum potentieller Themenfelder innerhalb des Kollegs zielführend auszurichten, wur­den vier Forschungsschwerpunkte definiert:

 

A) Konzepte der Weltentstehung und Urelemente,
B) Konzepte von Naturphänomene, Naturgewalten und Naturkatastrophen,
C) Konzepte von Flora, Fauna und Landschaft,
D) Konzepte vom menschlichen Körper, von Krankheit und Heilung.

 

Damit grund­legende Arbeiten für einen übergreifenden Vergleich entstehen können, ist vorgesehen, dass sich mehrere Pro­mo­vendinnen und Promovenden unterschiedlicher Fachdisziplinen dem gleichen Themenfeld widmen werden.

 

Um die beteiligten Promovierenden für ihre eigenen Forschungen, aber auch für die multidisziplinäre Zusammenarbeit im Kolleg zu befähigen und sie auf dem internationalen Arbeitsmarkt konkurrenzfähig zu machen, wird das Forschungsprogramm von einem auf die Ziele des Graduiertenkollegs ausgerichteten Qualifizierungsprogramm begleitet, an dem neben den Betreuern und Betreuerinnen der Dissertationen eine Reihe von Kooperationspartnern, Kooperationspartnerinnen und kooperierender Institutionen beteiligt sind. Integriert in das Programm sind beispielsweise die beiden an der JGU an­säs­si­gen Arbeitskreise „Alte Medizin“ und „Antike Naturwissenschaft und ihre Rezeption“. Der FSP HKW erlaubt die Einbettung der Kolleg­thematik in einen noch größeren kultur­ge­schichtlichen Kon­text und den Kollegiatinnen ein großes Spektrum an weiteren Ausbildungs- und Ver­net­zungs­mö­g­lich­keiten. Durch Kooperationen mit Forschungsinstituten und -schwerpunkten archäo­me­trisch arbeitender und natur­wis­sen­schaftlicher Disziplinen wie beispielsweise dem Römisch Germanischen Zentralmuseum und dem Konrad-Weidemann-Zentrum wird zudem eine enge Zusammenarbeit der Geisteswissenschaften mit den Natur- und Lebenswissenschaften praktiziert.

 

 

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